Nachbemerkung

Der Seminarplan folgte jeweils der Literaturliste von oben nach unten. In der Regel wurde pro Sitzung ein Text entweder gemeinsam gelesen, von einer Teilnehmerin, einem Teilnehmer referiert oder von einer Arbeitsgruppe vorgestellt. Bei kürzeren Texten wurden auch zwei, drei, vier pro Sitzung erarbeitet, diskutiert. Die Grundlagenliteratur wurde den Teilnehmer/innen zur Lektüre vor dem Beginn der Vorlesungszeit empfohlen. Sie wurde nicht im Seminar gelesen, floss aber in die Diskussion mit ein. Die Begleitliteratur wurde den Teilnehmer/innen zum Selbststudium während der Vorlesungszeit empfohlen. Auch sie wurde nicht im Seminar gelesen, floss aber in die Diskussion mit ein. Die ergänzende, vergleichende, weiterführende Literatur wurde interessierten Studierenden zur nachbereitenden Lektüre für die Semesterferien empfohlen, speziell auch solchen Teilnehmer/innen, die Hausarbeiten und Essays erstellten.
Dank für Literaturhinweise und Hilfe bei der Literaturrecherche geht an Jens Peters und Jürgen Hellexa. Herausgehoben erwähnt seien internetversierte Studierende des vierten, fünften, sechsten Teils der Seminarreihe, die diesen Blog erstellt haben. Dafür besonderen Dank.
Die Seminarplanung entlang der jeweiligen Literaturliste war ein Vorschlag, ein Angebot der Dozent/innen/en, von dem das Seminar, wenn es andere, weitere Literaturvorschläge gab, abweichen konnte. Die Veranstaltung war offen angelegt. Diskussionen, Kontroversen, Konflikte gehörten dazu. Ab und an wurden zu Beginn einer Sitzung auch tagespolitische Ereignisse diskutiert oder bildungspolitische oder Probleme des alltäglichen Studiums, Prüfungsfragen, Prüfungsprobleme. Die Veranstaltung bewegte sich nicht weltfremd außerhalb des realen Lebens.
Im Verlauf der Seminare wurden verschiedenste Hilfsmittel eingesetzt: Bild- und Kartenmaterial, Musikbeispiele, Filmsequenzen, Postkarten, Songtexte, Gedichte etc. pp. (meistens über Laptop und Beamer eingespielt). Der Kreativität waren hier keine Grenzen gesetzt. Die Studierenden des fünften Teils der Seminarreihe beispielsweise tranken, aus thematischem Anlaß – es ging um den Bedeutungsverlust der Seidenstraße infolge der Entdeckung der Seewege nach Indien, China, Amerika –, „Shennong Tea“, vollfermentierten, geräucherten chinesischen Tee, „Tarry Lapsang Souchong“, tiefschwarzen, erst über brennendem harzreichem Fichtenholz, dann in Bambuskörben geräucherten Tee („Zheng Shan Xiao Zhong“) aus dem Wuyi Gebirge der Provinz Fujian.
Tassen hatten alle Teilnehmer/innen des Seminars selber mitgebracht. Darunter waren sowjet-usbekische Teetassen, auch Teegläser der sowjetischen Eisenbahn, eingefasst in diese schönen verzierten metallenen Behältnisse. Die Teilnehmer/innen genossen dazu Chocolate Negro der Confiserie Coppeneur, eine Schokolade mit Namen „Republica del Ecuador – Cru de cao puristique“, eine Schokolade mit sage und schreibe 100 Prozent Kakaogehalt.
Leider gab es im Verlauf der Seminarreihe nicht nur solche, sehr schönen Ereignisse. Leider war Professor Danckwerts gesundheitliche Situation bereits zu Beginn der Seminarreihe (WiSe 2009/10) beeinträchtigt (er war zu dieser Zeit 76 Jahre alt). Sie verschlechterte sich im Weiteren. Zu der für immer in Erinnerung bleibenden Teesitzung konnte Dankwart schon nicht mehr kommen. Sie wäre ihm ein besonderes Vergnügen gewesen. Dankwart Danckwerts starb ein Jahr später, am 27. April 2012, im Alter von 79 Jahren. Statt eines Nachrufs und weil es nur wenige Bilder von ihm im Netz gibt, veröffentlichen wir auf diesem Blog (unter Dozent/inn/en) Photos, die ihn in seinen letzten universitären Arbeitssituationen zeigen, bei seinem letzten Besuch im Seminar im November 2010, bei der letzten Besprechung mit seinem Co-Dozenten in seiner Hamburger Wohnung im Mai 2011. Die Bilder zeigen ihn, wie er bis zuletzt war, wie wir ihn in Erinnerung behalten werden.

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