Der schiitisch-islamische Antisemitismus – Von Persien auf deutschem Sonderweg zur iranischen Atombombe

Der neue „Präsident“ des Iran, Hassan Ruhani, wird hierzulande als Reformer gehandelt. Er sei moderat, pragmatisch, gemäßigt. Die „Frankfurter Allgemeine“, führende deutsche Tageszeitung, schrieb im Anschluß an dessen Wahl-Farce-Sieg von einer „neuen Sanftheit“. Für Israel werde es nun schwieriger, frohlockte „Die Zeit“, „die Welt davon zu überzeugen“, der Iran sei eine „existentielle Gefahr“.
Der Referent, Sozialwissenschaftler, analysiert das Atomprogramm des islamischen Gottesstaats Iran im Zusammenhang mit dessen jihadistischer, antisemitischer Ideologie und Praxis. Es geht um den Krieg, den der Iran seit drei Jahrzehnten mittels der finanziellen und militärischen Unterstützung der libanesischen Terrororganisation Hizbullah, später auch der palästinensischen Terrororganisationen Hamas und Jihad Islami gegen den jüdischen Staat führt. Es geht um das breit angelegte, umfassende Aufrüstungsprogramm, das der Iran seit langem betreibt, inklusive der Entwicklung von Raketenträgersystemen, die in der Lage sind, Israel zu erreichen.
Wenngleich die jüdische Minderheit im Gottesstaat Iran über einen gewissen, einen begrenzten rechtlichen Status verfügt, ist ihre Situation keineswegs frei von Einschränkungen, Restriktionen, Diskriminierungen, auch Verfolgungen. So gab es im Anschluß an die Machtergreifung der Mullahs 1979 eine Welle von Schauprozessen wegen „Spionage“ für Israel, mit Todesurteilen und Hinrichtungen. Seinerzeit ergriffen „viele Tausend“ die Flucht (Fürtig). Wenngleich die Lage im Folgenden sich beruhigte, solche Gewalt nicht die Regel war, haben seither „über die Hälfte der iranischen Juden“ das Land verlassen („Neue Züricher Zeitung“). Lebten vor 1979 noch 100.000 Juden im Iran, waren es 2009 nur mehr 25.000 („Jüdische Zeitung“). Noch im Jahr 2000 gab es einen Schauprozess gegen zehn Juden, darunter einen Rabbiner, darunter Religionslehrer und Gemeindevorsteher, wegen „Spionage“ für Israel, wegen „Weltbürgertum“ („Die Welt“, hagalil.com).
Der Vortrag analysiert den Charakter des schiitisch-islamischen Regimes vor dem historischen Hintergrund, daß gegenaufgeklärte, speziell auch religiöse Kräfte Persien vor und während des Ersten Weltkriegs an die Seite des deutschen Militarismus geführt haben, Iran vor und während des Zweiten Weltkriegs an die Seite des deutschen Faschismus. Gestützt u.a. auf Studien des Islamwissenschaftlers Bernard Lewis, des Nahostwissenschaftlers Henner Fürtig zeigt der Referent, daß der historische, der mittelalterliche schiitische Islam den Juden immer schon radikaler und gewalttätiger gegenübergetreten ist als der sunnitische. Der schiitische Islam kann – hier wieder dem sunnitischen gleich – vor allem eines nicht dulden: das ungläubige Minderheiten, Juden, über Macht verfügen, bewaffnete, also staatliche Macht. Die existenzielle Bedrohung Israels durch das iranische Atomprogramm besteht darin, daß die schiitische Gottesherrschaft sich mit einem jüdischen Staat in einem Teil der Welt, den sie als islamisch betrachtet, niemals abfinden wird.

Vortrag und Diskussion, 19. Dezember 2013, 20:00 Uhr, Jugend- und Kulturzentrum Druckluft, Abendkursreihe „Kritische Theorie heute“ des Bildungswerks der Ruhrwerkstatt Oberhausen. Ein Projekt gemeinsam mit Antifa 3D D-Day Duisburg.

Karl Selent ist Lehrbeauftragter an der Universität Duisburg-Essen. Er gibt im WiSe 2013/14 ein Seminar zum Thema „Traditionalismus, Nationalismus und Antisemitismus im Nahen Osten 1945 bis heute“. Selent war mehrfach Lehrkraft für das Bildungswerk der Ruhrwerkstatt Oberhausen.

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